Unser Gesundheitskraftwerk im Darm

Mikrobiom

Das Mikrobiom ist der wichtigste Baustein, wenn Sie wirklich gesund werden und bleiben wollen. Je größer die Vielfalt der Baktieren im Darm ist, desto mehr sind Sie vor Krankheiten geschützt. Es gilt natürlich auch der umgekehrte Fall: Je artenärmer die Besiedlung ist, desto gefährdeter sind wir. Unsere Ernährungsweise ist der entscheidende Grund dafür, dass der Zustand unseres Mikrobioms immer problematischer wird. Hochverarbeitete Lebensmittel, zu viel Zucker, schädlicher Fett und nährstoffarme Kohlenhydraten, zu viel Fleisch und zu wenig Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst und Vollkorngetreide führen zu einer Verarmung des Mikrobioms. Die Folge: Wir werden krank. Wenn wir nicht gegensteuern, wird unsere Darmwand geschädigt. Arbeitet sie normal, lässt sie nur die erwünschten Nährstoffe durch. Ist die undicht - Stichwort: Leaky Gut ("löchriger Darm") -, gelangen Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Pilze und Giftstoffe und Abfallprodukte der Darmbakterien ins Blut und von dort aus ins Binde- und Fettgewebe, wo sie Entzündungen auslösen. Das kann schon nach einer Mahlzeit mit viel gesättigten Fetten der Fall sein. 

Darüber hinaus befindet sich im Darm unsere wichtigste Immunabwehr: das so genannte GALT (gut-associated lymphoid tissue). Es hilft dem Körper zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Wenn der Darm von störenden Bakterienarten besiedelt ist, droht ernsthafter Schaden. Aus einer ungesunden Ernährung entstehen dann noch ungesündere Stoffwechselprodukte. Aus unverdächtigen Nährstoffen wie Kohlenhydraten können durch eine schlechtes Mikrobiom hochproblematische Giftstoffe entstehen, was zu einer Selbstvergiftung führt. Darmentzündungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn können die Folge sein. Auch Nahrungsmittelallergien sind letztlich das Produkt einer ungenauen Abwehr unseres Darms. Wenn dieses wichtige Immunsystem aus dem Gleichgewicht geraten ist, kann es nicht mehr so gut zwischen körperfremden und körpereigenen Zellen unterscheiden. Man vermutet heute, dass Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew, Multiple Sklerose oder Parkinson durch ein aus dem Gleichgewicht geratenes Mikrobiom getriggert werden kann. 

Und jetzt die gute Nachricht:Sie können Ihr Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht bringen durch Fasten - als Re-Set - und eine gute Ernährung. Je natürlicher und traditioneller unsere Ernährung und je natürlicher unser Lebensstil, desto mehr Bakterienarten befinden sich im Mikrobiom. Wir können einiges tun, um die Vielfalt zu erhöhen: jede Menge Ballaststoffe essen, viele unterschiedliche Pflanzen zu uns nehmen. Jedem pflanzlichen Lebensmittel – zu denen auch Kaffee, Erbsen, Nüsse oder Äpfel zählen – kann man heute auch typische Bakterienstämme zuordnen. Es gilt: Je vielfältiger pflanzlich wir essen, desto vielfältiger wird auch unser Mikrobiom. 

Übrigens: Schadet es, wenn man sich mal ein paar Tage nur von Junkfood, Limo und alkoholischen Getränken ernährt? Die Antwort ist eindeutig: leider ja. Bei extremen Ausschweifungen – wenn man sich nur eine Woche lang fast nur von Chicken Nuggets, Burger, Schnitzel und Fritten ernährt -, bekommt das Mikrobiom bereits Probleme. Nicht auszudenken, was passiert, wenn man sich jahrelang so ernährt. Also: Es lohnt sich, gesund zu essen, natürlich mit Genuss! Sünden dürfen sein, aber nur ab und zu. 
 

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